Individualismus in der Mode – Mark Baigent

baigentFoto: Esther Vörösmarty

Lesen Sie das Interview mit Mark Baigent im Magazin GARDEROBE

Zweimal im Jahr haben Designer und solche, die es gerne sein wollen, die Aufgabe, eine neue Kollektion auf den Markt zu bringen. Für jede Saison, Frühling/Sommer und Herbst/Winter sollen die Trends neu gesetzt werden. Für Frauen und Männer. Das war schon immer so und soll auch immer so bleiben… oder nicht?
Mode ist Kunst. Kunst ist Mode. Kunst ist so vielschichtig und kann auf so viele Arten und Weisen interpretiert und neu definiert werden.
Deshalb stellt sich mir die Frage, warum die Mode bis dato so „einseitig“ ausgelegt wird? Sicherlich ist die Genderthematik bereits sehr ausgeschöpft, aber dennoch hat sie einen Trend hervorgerufen, der in der Mode lange Zeit gefehlt hat: nämlich die Sichtweise des einzelnen Menschen und dessen Wünsche.

Es gab eine Zeit, in der Modeschöpfer und Modeschöpferinnen sich mit jeder Kollektion neu interpretiert haben und etwas Neues und noch nie Dagewesenes schufen. Sehr viele dieser Marken haben längst dicht gemacht beziehungsweise wurden sie von größeren Häusern aufgekauft. Zwischen den 1980ern und den 2000ern verschwanden ein Großteil der meiner Meinung nach ausgefallensten und wichtigsten Labels und übrig blieben die, welche wir heute kennen. Warum? Geld regiert die Welt.

Ich wurde gebeten, einen Artikel über die Genderthematik in der Mode zu schreiben und konnte nur sehr schwer den Einstieg dazu finden. Gender ist auch in der Mode so vielseitig. Ich möchte darüber schreiben, was meiner Meinung nach dem Geschäft mit den Körperhüllen fehlt. Und warum es seit über 30 Jahren nicht gelingt, Individualismus in der Mode zu schaffen.
Es ist ein sich ständig drehendes Rad, die Präsentationen in den Modemetropolen dieser Welt stehen bereits ein Jahr vorher fest. Die Messestände sind gebucht und das Hotelzimmer ist wie jedes Jahr das gleiche. Es geht auf nach Paris, Mailand, London, Hong Kong oder New York. Alle suchen wir ihn: den neuen Trend, die neue Farbe und die neuestens Accessoires.
Hunderte von Designern, Stylisten und Fashionistas werfen sich in Schale und übertreffen mit jedem Outfit das der anderen.
Wenn man mich fragt, warum ich mich so kleide, wie ich es tue, dann war bzw. ist meine Antwort immer die gleiche:
„Ich möchte meine Persönlichkeit, die in mir ist, nach außen tragen, Kleidung sollte mich als Menschen und meine Persönlichkeit unterstreichen, ich trage die Kleider, nicht die Kleider mich.“

Doch wie wahr ist diese Aussage wirklich, suchen wir wirklich im Rad der Saisonalen Modeindustrie den Individualismus? Denken wir wirklich, dass ein Kleidungsstück, nur weil es Abnäher hat, ein Kleidungsstück für Frauen ist bzw. der vertiefte Schritt nur dem männlichen Geschlecht zugeschrieben ist?
Was definiert das Geschlecht eines zusammengefügten Stück Stoffes?
KonsumentInnen werden von klein auf gelehrt, welche Formen, Farben und sogar Düfte zu welchem Geschlecht passen. Doch wozu? Menschen haben vergessen, sie selbst zu sein – Individuum zu sein – weil wir uns gegenseitig an der eigenen Entwicklung hindern.
„Es ist viel wichtiger glücklich zu sein als gut gekleidet“ sagte Iris Apfel einmal, und dem kann ich nur zustimmen. Bestimmt das Kleidungsstück unseren Status oder unser Gemüt? Tragen wir die Kleidung oder trägt die Kleidung uns? Diese Frage sollten wir uns stellen! Und aus diesem Grund halte ich genderdefinierte Kleidung für Schwachsinn und hoffentlich auch bald nicht mehr so „en vogue“ wie bisher.

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